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21. August 2008

Outen ist in – Berichte aus der Sakristei

 

Sich outen ist im Moment sehr trendy und so möchte auch ich mich etwas outen: 

Ich war Ministrant!

Das sitzt, was?  Jetzt sind alle geschockt, aber zu meiner Entschuldigung möchte ich sagen, ich war damals noch sehr jung, wir wohnten fast neben der Kirche und so hatte der Pfarrer bei meiner Oma leichtes Spiel, der Bub muss Ministrant werden sagte er zu ihr und sie sagte es zu mir und wer meine Oma kannte, weiß, diese duldete keinen Widerspruch, sie wedelte lediglich mit einem Geldschein, auch damals waren die Menschen schon käuflich, und ich spurte. Also wurde ich Ministrant. Auch der Wachter Gerold, der Biedermann Herbert, der Egger´s  Rudl und noch so ein paar Kapazunder.

Am Anfang war´s ja lustig, wir verdienten  ein paar Groschen pro Messe, bei Begräbnissen und Hochzeiten entsprechend mehr und so rissen wir uns anfangs um´s ministrieren. Aber wie der Zeitgeist halt so spielt, der Drang zum ministrieren ließ nach und nach nach, der Egger´s Rudl und der Biedermann´s  Herbert wohnten weiter weg und kamen dann einfach nicht mehr, und weil der Wachter´s Gerold und ich nahe bei der Kirche wohnten, waren wir halt immer fällig, der Messner (war auch noch der Vater vom Wachter Gerold) holte uns immer ab, Flucht war zwecklos.

Mein Cousin, der Gritzner Hans, ein paar Jahre älter und  schon länger Ministrant und als solcher, eben älterer, hatte er auch ältere Rechte und Privilegien. Er durfte zum Beispiel beim Zomleit´n (Zusammenleuten der Glocken zum Behufe der Sonntagsmesse, oder bei Begräbnissen das Ausläuten und so weiter), also da durfte er immer die große Glocke läuten und wir jungen nur die kleineren, hellen.

Es war  lustig, beim Läuten den Glockenstrick um ein paar Handlängen weiter oben zu fassen und sich mit der Glocke unter Ausnützung derer Schwungkraft in der Sakristei hinaufziehen zu lassen. Dies war natürlich nicht ganz ungefährlich, denn wenn man sich bei den Längen verrechnete, donnerte man mit dem Kopf gegen die Sakristei Decke und entsprechend der Schwerkraft, -meist war die schon sehr kräftig und schwer stürzte man dann am Seil rutschend dem Boden entgegen. Das zog uns dann immer den Missmut des Messners zu.

Mein Cousin Hans wollte wie immer auch wieder einmal behende emporgezogen werden, mit der großen Glockenschwungkraft, aber der Glockenstrick wickelte sich fatalerweise um seinen Hals und er wurde unsachgemäß an diesem hinaufgezogen, krachte  gegen die Sakristei Decke, kam  leicht bläulich angelaufen und nicht ganz punktgenau auf dem Sakristei Boden auf, griff sich an den Hals, welcher auch nicht gerade gut aussah und der Messner, halb so groß wie mein Cousin, (auch mein Cousin  war ein so langer Lulatsch, wie ich), also der Messner wollte ihm wutentbrannt einen Arschtritt verpassen, aber da er nicht so lange Beine hatte, wie mein Cousin, traf er nur dessen Kniekehlen. Mein Cousin knickte etwas ein, und der Messner verwies ihn der Sakristei. Wenigstens konnten wir dann öfters ohne ihn ministrieren und verdienten dann auch ein paar Groschen mehr. Ja, ab und zu war es ja auch lustig, ein Ministrant zu sein.

Nun wisst ihr schon wieder etwas mehr über mich, dem GroßBlogMeister der Gegenwart,

mit Berichten und Geständnissen aus der Vergangenheit.

Bis demnächst, Euer Luk,- BurgWirt mit Geist & Herz

Übrigens, dies ist die erste Burgtraube vom Jahrgang 2008, ist sie nicht allerliebst?

 

Ein Kommentar zu “Outen ist in – Berichte aus der Sakristei”

  1. Helmut Hammermann sagt:

    Hey Mister Luk, wieso entschuldigen Sie sich Ministrant gewesen zu sein? Wo bleibt ihr Selbstbewusstsein? Hat es geschadet, haben Sie es bereut,sind Sie dadurch seelisch angeknackst?

Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie hier.

Restaurant Alte Burg Gmünd · +43-4732-3639 oder +43-676-9497080 · luk@alteburg.at

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